Karoline von Günderrode – Eine emanzipierte Idealistin aus Hessen

Karoline Günderrode, eigentlich Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderode, war eine bedeutsame hessische Literatin. Sie wurde am 11.02.1780 in Karlsruhe geboren. Ihre Mutter Louise zog mit Karoline und ihren zwei Geschwistern nach Hanau, nachdem ihr Mann gestorben war. Hector Wilhelm von Günderrode war Kammerherr und verstarb im Jahr 1786 überraschend. Karoline interessierte sich stark für die Französische Revolution und setzte sich für Freiheitsideale ein. Von sich selbst sagte sie, dass sie sich nicht für weibliche Tugenden interessiere, sondern sich in ihrem Innersten als Mann verstünde.

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Karoline veröffentlichte ihr erstes Buch im Jahr 1804 unter dem Titel „Gedichte und Fantasien“. Sie verfasste das Werk unter dem Pseudonym „Tian“. Nur ein Jahr später veröffentlichte sie einen Gedichtband unter dem Titel „Poetische Fragmente“ sowie „Mahomed“, „Magie und Schicksal“ und „Uhdohla“.

Karoline begegnete im Jahr 1804 dem Heidelberger Philologen Georg Friedrich von Creuzer, während sie mit dem Stift einen Ausflug unternahm. Bei dieser Gelegenheit lernte Karoline ebenfalls seine dreizehn Jahre ältere Ehefrau Sophie kennen. Allerdings ließen sich Creuzer und Günderrode ungeachtet dessen auf eine Liebesaffäre ein. Creuzer zog dabei durchaus eine Ménage a trois in Erwägung und bot Karoline an, dass seine Frau bei ihnen bleiben sollte und als Mutter und Führerin für beide sorgen sollte. Allerdings versprach er seiner Ehefrau Sophie nach zwei Jahren die Beziehung zu Karoline zu beenden und ließ ihr einen entsprechenden Brief zukommen. Dieser verheißungsvolle Brief erreichte sie am 26.07.1806 in Winkel am Rhein. Sie gab kurz darauf vor, einen Abendspaziergang unternehmen zu wollen und brach alleine auf. Sie kehrte nicht zurück und am nächsten Morgen wurde ihre Leiche am Flussufer des Rheins gefunden. Im Alter von nur 26 Jahren hatte sie sich mit einem Dolch das Leben genommen und war in den Rhein gefallen. Obgleich sie den Freitod gewählt hatte, setzte man sie auf dem Friedhof der St. Walburga Pfarrkirche bei.

Das letzte Band der Literatin heißt „Melete“ und beinhaltet das Gedicht einer Witwenverbrennung in Indien. Das Gedicht „Die Malabarischen Witwen“ verklärt die Verbrennung zu einer „süßen Liebesfeyer“. Creuzer erkannte seine Figur in dem Gedicht und verhinderte so die Vollendung des Buches. Das Buch wurde erst hundert Jahre nach dem Tod Karolines veröffentlicht.

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